Der öffentliche Garten, in dem wir uns befinden, liegt in einem Teil der Stadt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach der Kanalisierung des Flusses und der Trockenlegung der Sümpfe angelegt wurde, die bis dahin das grosse Gebiet von der Piazza Grande bis zur Mündung der Maggia prägten.
Entlang der Seepromenade von Muralto bis zur Maggia entstanden im Laufe der Jahrzehnte der dem Bundesrat Giuseppe Motta gewidmete Quai, die Anlegestelle für die Schifffahrt, der neue Hafen von Locarno, das Stadion, das Badezentrum, der Kamelienpark, die öffentlichen Bäder und der kleine Hafen an der Lanca degli Stornazzi. So entstand ein wertvolles Freizeitgebiet.
Eine wichtige Etappe bei der Aufwertung der Promenade wurde 1965, im Jahr des 40. Jahrestages der Friedenskonferenz von 1925, abgeschlossen. Dank einer privaten Spende und der Unterstützung von Pro Locarno, der Organisation zur Förderung des Tourismus, konnte der öffentliche Garten, in dem wir uns heute befinden, aufgewertet werden. Zur Erinnerung an das historische Ereignis wurde beschlossen, diese ruhige, schattige Grünfläche am See "Friedenspark" zu nennen.
Wenn man die Wege in Richtung des Hafens von Lanca degli Stornazzi entlanggeht, kann man auf der anderen Seite des Parks ein Denkmal bewundern, das an den Völkermord am assyrischen Volk, den Christen in der Türkei, im Jahr 1915 während des Ersten Weltkriegs erinnert.
Die Nachkommen der assyrisch-suryoyischen Gemeinschaft kamen Mitte der 1970er Jahre in den Kanton Tessin und wanderten aus der Türkei in die Schweiz ein. Die Gemeinschaft identifiziert sich mit der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien. Das Denkmal ist das Werk des Bildhauers Kurt Schwager aus Minusio und wurde am 18. Juni 2016 enthüllt.