Der öffentliche Garten, in dem wir uns befinden, ist Giovan Battista Rusca gewidmet, dem Bürgermeister von Locarno während mehr als vierzig Jahren, von 1920 bis zu seinem Tod 1964.
Rusca hatte die Ehre, die höchsten Vertreter der europäischen Diplomatie auf der Konferenz von 1925 zu empfangen. Ruscas Rolle war die eines Zeremonienmeisters. Unvergessen ist die kurze Rede, die er zur Eröffnung der diplomatischen Konferenz in französischer Sprache hielt und in der er sagte:
"Und erlauben Sie mir, einen Wunsch zu äußern: Möge der Erfolg Ihre Bemühungen krönen! Dies ist die Stimme eines bescheidenen Menschen, der zu Ihnen spricht. Aber manchmal haben die Bescheidenen das Privileg, das Echo der geheimen Sehnsüchte der großen Menschheitsfamilie zu sein, die mit Blick auf Sie darum bittet, ihren Traum von Gerechtigkeit und Frieden zu verwirklichen".
Die persönlichen Beziehungen, die Rusca an der Friedenskonferenz knüpfte, stärkten seinen liberal-demokratischen, pro-europäischen und antifaschistischen Geist: Werte, die er während seiner gesamten politischen Laufbahn, in der er auch viele Jahre als Nationalrat in Bern tätig war, mit grosser Entschlossenheit verteidigte.
Anlässlich des 50. Jahrestages der Friedenskonferenz von 1925 schenkte der Bildhauer Remo Rossi der Stadt 1975 die Statue "Toro". Das Werk hat keinen direkten Bezug zur Konferenz von 1925, sondern drückt nach Aussage des Bildhauers "den Wunsch der Stadt nach einem Leben aus, das immer ein Vorbote von Fruchtbarkeit und Fortschritt ist".
Das Geschenk des Bildhauers entspringt dem Gedanken, dass die Kunst eine universelle Sprache ist, die einen Diskurs des Friedens und der Verständigung zwischen den Völkern verbreiten kann.