Orselina. Heiligtum der Madonna del Sasso.
Samstag, 18. Oktober 2025, um 19.30 Uhr. Mit anschließendem Aperitif.
Freier Eintritt.
Altersgruppe: offen für alle.
Ein Kammermusikabend zwischen Klassik und Moderne: Die Associazione Musica al Cuore lässt zwei starke Musikerpersönlichkeiten zu Wort kommen: Ludwig van Beethoven und Erwin Schulhoff. Zwei Komponisten, die ein Jahrhundert trennt - vereint durch ihre Ausdruckskraft, innere Unruhe und formale Kühnheit.
Im Mittelpunkt des Abends steht eine Rarität: Beethovens berühmte "Kreutzersonate" op. 47, ursprünglich für Violine und Klavier komponiert, wird in einer faszinierenden Transkription für Streichquintett von Orfeo Mandozzi aufgeführt. Diese neue Version verleiht dem Werk eine symphonische Färbung und kammermusikalische Transparenz - ein kühner und moderner Ansatz für ein ikonisches Werk des Violinrepertoires. Das Ensemble: Barbara Ciannamea (Violine I), Andrea Mescetti (Violine II), Andrij Burko (Viola), Alessandra Doninelli (Cello I), Orfeo Mandozzi (Cello).
Im zweiten Teil des Konzerts werden Erwin Schulhoffs "Fünf Stücke für Streichquartett" aufgeführt: ein Schlüsselwerk der Moderne zwischen den beiden Weltkriegen, das 1924 bei den IGNM-Festspielen in Salzburg für Aufsehen sorgte. Schulhoffs Suite aus prägnanten Miniaturen verbindet barocke Tänze mit ironischen Parodien auf den Wiener Walzer, französischen Witz und böhmische Folklore.
Die Werke könnten unterschiedlicher nicht sein: Doch beide erzählen von Sprüngen und Sprüngen, von Virtuosität und Verletzlichkeit. Schulhoff, einst gefeiert, dann verfolgt und 1942 im KZ Wülzburg gestorben, ist heute das Symbol der ausradierten Moderne.